Auswärtssieg in Aachen - Doppelschlag dreht das Spiel


Fotos: Maik Matheus

 

(dk) Die SG Wattenscheid 09 wollte bei Alemannia Aachen zurück in die Erfolgsspur kommen und das ist ihr am Samstagnachmittag durch einen 2:1-Sieg gelungen. Dabei sah es lange Zeit nicht danach aus, doch dank eines Doppelschlags innerhalb von 180 Sekunden durch Felix Clever und Jo Boyamba konnte 09 den verdienten Halbzeitrückstand noch drehen.

 

Farat Toku konnte wieder auf Demir Tumbul zurückgreifen, doch Kapitän Nico Buckmaier, Berkant Canbulut und Fabio Manuel Dias fehlten weiterhin und Matthias Tietz saß noch "nur" auf der Bank. So feierte der 19-jährige Chang Kim sein Startelfdebüt im 09-Mittelfeld.

 

Zu Beginn der Partie hatten die 09er zunächst die größten Schwierigkeiten mit dem seifigen Geläuf, denn reihenweise rutschten Jeffrey Obst und Co. aus und sorgten dadurch für brenzlige Situationen im und um den eigenen Strafraum. Aachen setzte die schwarz-weißen früh unter Druck und hatte deutlich mehr vom Spiel. Stürmer Daniel Hammel konnte in letzter Sekunde noch vor dem Torerfolg gehindert werden. (9.)

 

Im Anschluss an den ersten Eckball der Partie netzte Marcel Damaschek ungehindert aus kürzester Distanz per Kopf ein und besorgte die zu diesem Zeitpunkt verdiente Führung für die Gastgeber. (16.) Vier Minuten später setzte Steve Tunga das erste Ausrufezeichen, doch seinen Schuss aus 20 Metern konnte Nettekoven im Tor der Aachener parieren. (20.)

 

Ansonsten blieben die Gastgeber überlegen und auch die zweite Ecke wurde gefährlich: nach einer Kopfball-Bogenlampe von Torunarigha musste sich Edin Sancaktar strecken, um den Ball über die Querlatte zu lenken. (29.) In der 37. Spielminute entwickelte sich aus einem Freistoß der Sportgemeinschaft eine riesige Kontergelegenheit, doch Edin Sancaktar konnte in Co-Produktion mit Angelo Langer gegen Mergim Fejzullahu das 2:0 verhindern. Auch weitere Torchancen von erneut Fejzullahu (41.) und Heinze (44.) konnte der 09-Keeper entschärfen und so ging es etwas glücklich "nur" mit einem 0:1-Rückstand in die Kabinen.

 

In der zweiten Halbzeit zeigten die Nullneuner ein anderes Gesicht. Sie versuchten, besser nach vorne zu spielen und in der 52. Minute forderten die knapp 100 mitgereisten 09-Anhänger einen Strafstoß, nachdem Jonas Erwig-Drüppel im Strafraum zu Fall kam, doch Schiedsrichter Seeland ließ weiterspielen. Die Gastgeber verlegten sich nun mehr und mehr auf Konter und überließ der SG die Spielkontrolle, doch wirklich gefährlich wurde es im Aachener Strafraum zunächst nicht.

 

 

 

Stattdessen streifte ein Schuss von Daniel Hammel den Pfosten des 09-Gehäuses (57.) und Fejzullahu trat nach einer flachen Eckballvariante aus aussichtsreicher Position über die Kugel. (59.) So blieben die Jungs von Farat Toku weiter im Spiel und der 09-Coach stellte erfolgreich um. Er brachte Felix Clever für Chang Kim (64.) und stellte auf Dreierkette um. Die Einwechslung von Felix Clever sollte sich als Glücksgriff erweisen, denn der Innenverteidiger schraubte sich nach einer Ecke von Manuel Glowacz hoch und glich per Kopf zum 1:1 aus. (74.)

 

Nun wurde es ein Spiel mit offenem Visier. Mergim Fejzullahu verzog eine Minute nach dem Ausgleich nur knapp (75.) und kurz darauf drehten die Nullneuner das Spiel komplett: nach einem Ballgewinn trieb Demir Tumbul mit großer Willensstärke trotz mehrfachem Festhalten einiger Aachener den Ball durch das Mittelfeld, setzte prima Jonas Erwig-Drüppel ins Szene, der über die rechte Seite in den Strafraum eindrang und seinen Flachpass in die Mitte musste Jo Boyamba aus drei Metern nur noch zum vielumjubelten 2:1 über die Linie drücken. (77.)

 

Die Alemannia war geschockt und musste offensichtlich dem hohen Tempo in Halbzeit 1 Tribut zollen. Trotzdem stemmten sie sich gegen die drohende Niederlage, doch bis in die vierminütige Nachspielzeit hinein konnte die 09-Defensive alles souverän verteidigen. Die Nachspielzeit hatte es dann noch einmal in sich. Zunächst köpfte Damaschek eine Flanke von Fejzullahu am Tor vorbei (90. + 1.) und in der dritten Minute der Nachspielzeit forderten die Aachener einen Strafstoß, als der eingewechselte Yesilova im Zweikampf mit Edin Sancaktar zu Boden ging, doch Schiedsrichter Seeland ließ zum Unmut der Alemannen weiterlaufen. Trainer Fuat Kilic regte sich besonders über diese Szene auf und beschwerte sich so sehr, dass ihn Seeland auf die Tribüne schickte. Kurz darauf war das Spiel vorbei und Trainer und Mannschaft feierten mit den Anhängern den wichtigen Dreier.

 

Nächste Woche kommt Rot-Weiß Oberhausen in das Lohrheidestadion - powered by Stölting Service Group und hoffentlich wieder mehr Zuschauer, denn das Team und der Verein haben sich eine besser gefüllte Lohrheide allemal verdient.

 

Mannschaftsaufstellung: Sancaktar; Obst, Jakubowski, Schneider, Langer; Tunga, Tumbul (81. Tietz); Glowacz, Kim (64. Clever), Erwig-Drüppel (79. Neustädter); Boyamba

 

Tore:

1:0 Marcel Damaschek (16.)

1:1 Felix Clever (74.)

1:2 Jo Boyamba (77.)

 

Schiedsrichter: Jonas Seeland

 

Zuschauer: 5.100

 

Kommentar vpn Farat Toku: "Wir haben in der ersten Halbzeit nicht gut in das Spiel gefunden. Da hat die Alemannia mächtig Druck gemacht und wir konnten froh sein, nur mit einem Tor Rückstand in die Pause gekommen zu sein. In der Halbzeit haben wir umgestellt und glücklicherweise hat das gefruchtet. Der Sieg war letztlich etwas glücklich, aber trotzdem nicht unverdient. Wir hatten in dieser Saison etliche Spiele, in denen wir die bessere Mannschaft waren, aber unglücklich unterlagen. Heute war es einmal andersherum. Ich bin sehr froh über die drei Punkte insbesondere bei unser schwierigen Personalsituation."

 

Kommentar von Fuat Kilic: "Glückwunsch an Wattenscheid zum Sieg. In der ersten Halbzeit sind wir sehr gut in das Spiel gekommen und hatten viele Torchancen, doch wenn du diese nicht nutzt, dann wirst du bestraft. Ich denke wir haben trotz der Niederlage eine gute Leistung gebracht, doch unsere Chancenverwertung war zu fahrlässig."