7:1 - 09 fegt über den SV Rödinghausen hinweg

Fotos: Maik Matheus

 

(dk) Für Fußball-Fans gibt es gewisse Daten, die sie niemals vergessen werden. Den 8. Juli 2014 z.B., als die deutsche Nationalmannschaft bei der WM Gastgeber Brasilien mit 7:1 entzauberte. Die Fans der SG 09 werden den gestrigen 21. April 2018 sicherlich auch nie mehr vergessen, denn ihre Mannschaft deklassierte den SV Rödinghausen ebenfalls mit 7:1 und zeigte dabei eine überragende Vorstellung.

 

Vor leider nur 434 Zuschauern trugen sich Kapitän Nico Buckmaier (2x), Angelo Langer, Sebastian van Santen, Demir Tumbul, Serdar Bingöl und Jo Boyamba in die Torschützenliste ein, während sich Mael Corboz mit einem unglücklichen Eigentor für das zwischenzeitliche 2:1 verantwortlich zeigte.

 

Gegen die Tormaschine der Liga (62 Tore in 28 Spielen) zeigten die 09er von Beginn an eine herausragende Leistung und ließ den ambitionierten SVR zu keiner Zeit in das Spiel finden. Der mit 16 Saisontreffern führende in der Torjägerliste der Regionalliga West, Marius Bülter, war bei der 09-Defensive ebenso abgemeldet wie Sturmpartner Simon Engelmann. In der Offensive sprühte die Toku-Elf vor Spielfreude und erspielte sich durch zielstrebige und schnörkellose Kombinationen viele hochkarätige Torchancen. 

 

Bereits nach 09 Minuten war Berkant Canbulut, nach tollem Pass von Jonas Erwig-Drüppel, frei durch, doch er scheiterte gleich doppelt an SVR-Keeper Schönwälder. Eine Minute später konnte der ehemalige Rödinghäuser Angelo Langer, nach einer starken Kombination im Mittelfeld, ebenfalls allein auf Schönwälder zulaufen und unser Linksverteidiger ließ sich diese Chance nicht entgehen und erzielte mit seinem 4. Saisontor das 1:0. (10.) In der 19. Minute konnte Kapitän Nico Buckmaier direkt nachlegen. Im ersten Versuch scheiterte "Bucki" noch an Schönwälder, doch den Nachschuss verwandelte er sicher zum 2:0. 

 

Nach einem langen Einwurf und einer Kopfballverlängerung kam Konstantin Möllering volley aus kurzer Distanz zum Abschluss. Mael Corboz versuchte noch zu verhindern, was nicht mehr zu verhindern war und so sprang sein Rettungsversuch auf der Torlinie vom Innenpfosten zum 2:1-Anschlusstreffer ins eigene Tor. (25.) Von diesem kleinen Rückschlag zeigte sich unser Team vollkommen unbeeindruckt und blieb klar spielbestimmend. Hilfreich für das schwierige Unterfangen, den SV Rödinghausen bezwingen zu können, war natürlich der Platzverweis gegen Azur Velagic in der 30. Minute. Vor einem Freistoß für 09 verteilte der SVR-Akteur an Norman Jakubowski eine leichte Backpfeife, wofür er umgehend und vollkommen zurecht von Schiedsrichter Dustin Sikorski des Feldes verwiesen wurde. 

 

Bei strahlendem Sonnenschein und frühsommerlichen Temperaturen war die numerische Überlegenheit sicherlich kein Nachteil für die Nullneuner, doch es galt nachzulegen und damit den Gästen keine Chance für ein mögliches Comeback zu geben. Fünf Minuten nach dem Platzverweis sorgte Sebastian van Santen mit seinem dritten Saisontor, nach starker Vorarbeit von Demir Tumbul über die linke Seite, für die Vorentscheidung. (35.) Nach einem Foulspiel an Angelo Langer zeigte Schiedsrichter Sikorski in der Nachspielzeit der 1. Halbzeit auf den Strafstoßpunkt und Nico Buckmaier verwandelte humorlos zum 4:1-Halbzeitstand. (45. + 2.)

Das Spiel war entschieden und der SV Rödinghausen wäre wohl am liebsten gar nicht mehr aus der Kabine zurückgekommen, doch die 09er nahmen, trotz der englischen Woche, keinen Gang raus und wollten den 09-Anhängern weitere Tore bieten. 

 

Torchancen boten sich fast im Minutentakt, aber weder Sebastian van Santen aus vier Metern, noch Jonas Erwig-Drüppel aus 17 Metern, trafen das gegnerische Gehäuse. (52./55.) Demir Tumbul machte es in Minute 63 besser und traf aus dem Gewühl heraus zum 5:1. 

 

Der Torhunger war noch nicht gestillt und Rechtsverteidiger Serdar Bingöl konnte mit dem 6:1 seine Torpremiere für die SG 09 feiern. (76.) Vier Minuten darauf bugsierte der eingewechselte Jo Boyamba die Kugel gar zum 7:1 über die Linie und setzte den Schlusspunkt auf einen unvergessenen Samstagnachmittag. (80.) Drei Tage nach der 1:3-Niederlage beim Wuppertaler SV schlugen die Jungs damit eindrucksvoll zurück und sollte heute Nachmittag die U23 von Fortuna Düsseldorf bei Spitzenreiter KFC Uerdingen unterliegen, wäre der Klassenerhalt vier Spieltage vor Saisonende unter Dach und Fach - eine überragende Saison!


Mannschaftsaufstellung: 
Scharbaum; Bingöl, Jakubowski, Schneider, Langer; Buckmaier, Corboz (75. Tunga), Tumbul, Erwig-Drüppel; Canbulut (70. Kim), van Santen (66. Boyamba)

 

Tore: 

1:0 Angelo Langer (10.)

2:0 Nico Buckmaier (19.)

2:1 Mael Corboz (25. Eigentor)

3:1 Sebastian van Santen (35.)

4:1 Nico Buckmaier (45. + 2. Foulelfmeter)

5:1 Demir Tumbul (63.)

6:1 Serdar Bingöl (76.)

7:1 Jo Boyamba (80.)

 

Besonderes Vorkommnis: Rote Karte für Azur Velagic (30.)

 

Schiedsrichter: Dustin Sikorski

 

Zuschauer: 434

 

Kommentar Farat Toku: "Man hat von Anfang an gesehen, dass wir mit aller Macht die drei Punkte haben wollten. Wir haben sehr gut gespielt und über die 90 Minuten auch in dieser Höhe verdient gewonnen. Wir waren so gut im Spiel drin, dass wir die drei Punkte auch ohne die rote Karte geholt hätten. Ich kann meinen Jungs nur ein Riesenlob aussprechen. Die vergebenen Chancen in Rhynern und Wuppertal haben wir heute reingemacht und deswegen verdient gewonnen. Wir wollten die 40-Punkte-Marke knacken und das haben wir bereits vier Spieltage vor Schluss erreicht."

 

Kommentar Alfred Nijhuis: "Wir haben schwach angefangen und sind nicht in die Zweikämpfe gekommen. Man kann dafür Gründe finden, aber man muss trotzdem mit seinem Gegenspieler mitlaufen. Wattenscheid hat das gut ausgenutzt und ist verdient mit 2:0 in Führung gegangen. Dann bekommen wir durch das 2:1 die Möglichkeit, in das Spiel zurückzukommen und kassieren danach eine rote Karte, die der Knackpunkt war. Ich bin sehr sauer und enttäuscht über diese dumme rote Karte. Bei unserem harten Programm kannst Du so eine rote Karte nicht gebrauchen. Unsere Moral war spätestens nach dem 4:1 vor der Pause gebrochen und es ging nur noch um Schadensbegrenzung."