Viktoria Köln war eine Nummer zu groß


(dk) Der Vorjahresmeister und erneute Aufstiegsfavorit Viktoria Köln war am gestrigen Samstagnachmittag eine Nummer zu groß für die ersatzgeschwächte Mannschaft von Trainer Farat Toku. Am Ende stand ein 0:2 auf der Anzeigetafel, doch es hätte auch deutlicher ausgehen können, wenn nicht 09-Keeper Edin Sancaktar zahlreiche Paraden gezeigt hätte.

 

Farat Toku musste mit Kapitän Nico Buckmaier, Matthias Tietz, Berkant Canbulut, Demir Tumbul und Geburtstagskind Fabio Manuel Dias gleich auf fünf Spieler verletzungsbedingt verzichten. Er setzte gegen die offensivstarke Viktoria auf eine Fünferkette und vorne auf die pfeilschnellen Jonas Erwig-Drüppel und Jo Boyamba.

 

Die erste große Gelegenheit hatte die Sportgemeinschaft. Jo Boyamba setzte sich trotz Foulspiel gegen Viktoria-Verteidiger Lanius durch, lupfte die Kugel über den herauseilenden Torwart Patzler, doch der Ball ging knapp am Tor vorbei. (4.) Der Favorit aus Köln musste auf ihren Leader Mike Wunderlich angeschlagen verzichten und hatte zunächst Probleme, in das Spiel zu kommen. Wenn es gefährlich wurde, dann über Timm Golley. Der 26-jährige köpfte in der 8. Minute freistehend neben das Tor, zwei Minuten später schoss er deutlich vorbei. (10.) In der 15. Spielminute traf er dann doch, als er aus abseitsverdächtiger Position mit einem strammen Volleyschuss Edin Sancaktar überwand.

 

Für die Nullneuner wurde es nun natürlich noch schwieriger. Die technisch versierten Gäste ließen den Ball geschickt laufen und kontrollierten so das Spiel. Doch die SG kämpfte und Angelo Langer fasste sich in Minute 23 ein Herz, zog aus knapp 25 Metern ab, aber der Schuss strich knapp am Kasten von Patzler vorbei. In der 28. Minute erhöhte Felix Backszat vermeintlich auf 2:0 für die Kölner, allerdings hatte Schiedsrichter Bandurski zuvor auf Freistoß für 09 entschieden.

 

Nach der Pause kam das Team von Farat Toku sehr couragiert auf das Feld zurück und Jonas Erwig-Drüppel wurde im Strafraum durch einen Rempler zu Fall gebracht, aber Bandurski ließ weiterspielen. (47.) Auf der Gegenseite wurde Aussenstürmer Simon Handle freigespielt, doch glücklicherweise verzog er freistehend vor Edin Sancaktar und traf lediglich das Aussennetz. (52.)

 

09 stemmte sich weiter mit viel Kampf gegen die spielerische Dominanz der Kölner und gerade als sie sich ein leichtes Übergewicht erarbeiten konnten, sorgte erneut Timm Golley für die Vorentscheidung. Nach einem Ballverlust in der gegnerischen Hälfte, schaltete Viktoria schnell um und Golley überwand Edin Sancaktar mit einem Heber aus über 25 Metern zum 0:2. (56.)

 

Damit war das Spiel entschieden. Die Sportgemeinschaft kämpfte weiter, doch die cleveren Gäste erspielten sich bis zum Schlusspfiff zahlreiche Einschussmöglichkeiten, die Edin Sancaktar mit sehenswerten Paraden allesamt zunichte machte. Dadurch blieb es bei der 0:2-Heimniederlage, die sicherlich kein Beinbruch ist, denn Viktoria Köln hat eindrucksvoll bewiesen, dass sie zu den Schwergewichten der Regionalliga West gehören.

 

Mannschaftsaufstellung: Sancaktar; Bingöl, Jakubowski, Stevanovic (43. Demircan), Schneider, Langer; Glowacz, Tunga (79. Neustädter), Obst, Erwig-Drüppel (85. Kim); Boyamba

 

Tore:

0:1 Timm Golley (15.)

0:2 Timm Golley (56.)

 

Schiedsrichter: Christian Bandurski

 

Zuschauer: 416

 

Kommentar von Farat Toku: "Glückwunsch an Marco und Viktoria zu dem verdienten Sieg. Die erste Chance im Spiel hatten wir durch Jo Boyamba, die er leider nicht nutzen konnte. Danach kam Viktoria dank individueller Stärke besser rein, ging in Führung und dann wird es gegen so einen Gegner natürlich sehr schwer. In der zweiten Halbzeit sind wir volles Risiko gegangen und kamen auch gut aus der Kabine. Leider fiel in dieser guten Phase das 0:2 und es war praktisch gelaufen. Edin hat einen richtig guten Tag erwischt und die Viktoria-Stürmer kräftig geärgert und weitere Tore verhindert. Es muss nun endlich Klarheit herrschen, wie es bei uns weitergeht. Ich ziehe den Hut vor meinen Jungs, dass sie sich der schwierigen Lage im Verein stellen und täglich alles für den Verein geben."

 

Kommentar von Marco Antwerpen: "Man muss zunächst berücksichtigen, dass Wattenscheid aufgrund vieler verletzter und angeschlagener Spieler bei einem kleinen Kader große Probleme hat, eine schlagkräftige Mannschaft aufzustellen. Wir haben im Moment einen tollen Lauf und spielen einen sehr guten Fußball. Einzig die Chancenverwertung ist heute zu kritisieren, denn letztlich hätte das Ergebnis deutlich höher ausfallen können. Ich wünsche dem Verein Wattenscheid 09 für die Zukunft alles Gute, denn dieser Klub hat eine Bedeutung im Ruhrgebiet. Ich hoffe, dass sich neue Leute finden, die den Verein auffangen."