09 verliert sicher geglaubtes Spiel bei der TSG Sprockhövel im Elfmeterschießen


Foto: Maik Matheus

 

(dk) Die SG Wattenscheid 09 unterlag am Mittwochabend beim Regionalligaabsteiger TSG Sprockhövel mit 3:6 (3:3/1:1) nach Elfmeterschießen und ist damit bereits in der 1. Runde des Krombacher-Westfalenpokals ausgeschieden.

 

Farat Toku hatte seine Startformation gegenüber dem Spiel in Dortmund auf insgesamt sechs Positionen verändert. U.a. standen Keeper Steffen Scharbaum, Rechtsverteidiger Serdar Bingöl, Linksverteidiger Daniel Neustädter und Mittelfeldspieler Chang Kim erstmals in dieser Saison von Beginn an auf dem Platz.

 

Von Beginn an entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Nach einem Ballverlust in der Vorwärtsbewegung ging es auf Seiten der Gastgeber blitzschnell nach vorne und Claus konnte den Querpass von Dytko aus kurzer Torentfernung zur frühen Führung der TSG problemlos verwandeln. (4.) Eine Minute später schlugen unsere Jungs eiskalt zurück: eine schöne Vorlage von Manuel Glowacz brachte Jonas Erwig-Drüppel am zweiten Pfosten im Tor zum 1:1 unter. (5.) In der 12. Minute setzte sich Jo Boyamba klasse gegen zwei Sprockhöveler Verteidiger durch, lief allein auf TSG-Keeper Möllerke zu, doch sein Schuss ging Zentimeter am langen Pfosten vorbei.

 

Danach beruhigte sich die Partie etwas und beide Abwehrreihen standen deutlich besser. Der Oberligist hatte in dieser Phase mehr Ballbesitz, doch die 09-Defensive ließ zunächst keine weiteren großen Tormöglichkeiten zu. Erst kurz vor dem Seitenwechsel gab es die nächsten Torchancen: nach einer schönen Hereingabe von Jonas Erwig-Drüppel schoss allerdings Demir Tumbul aus aussichtsreicher Positon über den Kasten der Gastgeber (43.). Auf der Gegenseite strich ein Freistoß von Budak Zentimeter am Kasten von Steffen Scharbaum vorbei.

 

In die 2. Halbzeit starteten die Nullneuner deutlich überlegener und zielstrebiger. Bereits in der 47. Spielminute stand Jo Boyamba erneut allein vor Möllerke, der diesmal den Abschluss von unserer Nummer 9 parieren konnte. Eine Minute später machte es Chang Kim, der im Mittelfeld ein starkes Spiel machte, besser, als er nach einem Pass in die Tiefe von Matthias Tietz dem Schlussmann der TSG mit einem Flachschuss keine Abwehrchance ließ. (48.)

 

Fortan kontrollierten die 09er das Spiel und erspielten sich reihenweise beste Torgelegenheiten, doch Manuel Glowacz, erneut Jo Boyamba und Jonas Erwig-Drüppel trafen jeweils freistehend vor Möllerke nicht (56./58./60.). In der 68. Minute zirkelte Manuel Glowacz einen Freistoß in typischer Manier über die Mauer, doch Möllerke lenkte die Kugel mit den Fingerspitzen an die Querlatte.

 

Eine Viertelstunde vor dem Ende verließ Chang Kim ausgepumpt den Platz und für ihn kam Jeffrey Obst in die Partie. Wenige Sekunden später stand Jeffrey nach einem feinen Doppelpass mit Manuel Glowacz frei vor Möllerke, der dessen Abschluss parieren konnte, doch den Abpraller verwandelte Jo Boyamba zum überfälligen 3:1 und alle im Stadion in Sprockhövel waren sich sicher, dass das die Vorentscheidung bedeute. (76.)

 

Doch weit gefehlt: keine Minute später traf Dytko per Kopfball-Bogenlampe von der Strafraumgrenze über Steffen Scharbaum hinweg zum 2:3. (77.) So wurde es eine unnötig hektische Schlussphase. Die TSG warf alles nach vorne, doch die Nullneuner konnten zunächst souverän die Führung verteidigen. Zwei Minuten vor dem Abpfiff wurde Sprockhövels Kapitän Dudda mit der gelb-roten Karte des Feldes verwiesen und Trainer Balaika musste ebenfalls seinen Platz an der Seitenlinie räumen. Damit sollte dem Einzug in die 2. Runde für die 09er nun nichts mehr im Wege stehen, doch zum dritten Mal in Folge kassierten wir einen Gegentreffer kurz vor dem Abpfiff: nach einem langen Ball in den 09-Strafraum und einem Missverständnis in der 09-Defensive stand Kadiu plötzlich frei vor Steffen Scharbaum und konnte zum 3:3 ausgleichen. (90. + 1.)

 

Kurz darauf wurde Matthias Tietz wegen wiederholtem Foulspiel ebenfalls mit gelb-rot vom Platz gestellt und es ging mit 10 gegen 10 in die Verlängerung. Sekunden vor der Halbzeit der Verlängerung verhinderte Steffen Scharbaum mit einer Fußabwehr gegen Conde das 4:3. (105.) In der zweiten Halbzeit der Verlängerung hatten zunächst erneut die Gastgeber die Chance zum Führungstreffer, doch ein Kopfball von Oberdorf strich am Pfosten vorbei. Als sich alle schon auf ein Elfmeterschießen eingerichtet hatten, hatte zunächst Daniel Neustädter und kurz darauf Jeffrey Obst das Siegtor auf dem Schlappen. Daniel Neustädter traf aus acht Metern die Kugel nicht richtig (120.) und Jeffrey Obst scheiterte aus zwölf Metern erneut an Möllerke (120. + 1.)

 

So musste das Elfmeterschießen entscheiden und hier versagten den 09er komplett die Nerven: Jeffrey Obst scheiterte an Möllerke, Norman Jakubowski schoss über den Kasten und der ehemalige Sprockhöveler Berkant Canbulut scheiterte ebenfalls an Möllerke. Im Gegensatz dazu verwandelten alle drei Schützen der Gastgeber ihre Elfmeter und so gewann die TSG Sprockhövel letztlich mit 6:3 nach Elfmeterschießen und zog in die 2. Runde des Krombacher-Westfalenpokals ein.

 

Für unsere Jungs geht es kommenden Montag um 20.15 Uhr mit dem Heimspiel gegen den Wuppertaler SV weiter und alle Nullneuner müssen mehr denn noch enger zusammenrücken, um gemeinsam gegen den Negativlauf anzukämpfen.

 

Mannschaftsaufstellung: Scharbaum; Bingöl, Jakubowski, Schneider, Neustädter; Tietz, Tumbul (68. Tunga); Glowacz, Kim (74. Obst), Erwig-Drüppel (106. Canbulut); Boyamba (80. Demircan)

 

Tore:

1:0 Maximilian Claus (4.)

1:1 Jonas Erwig-Drüppel (5.)

1:2 Chang Kim (48.)

1:3 Joseph Boyamba (76.)

2:3 Patrick Adam Dytko (77.)

3:3 Xhino Kadiu (90. + 1.)

4:3 Enes Coemez (Elfmeterschießen)

5:3 Liron Peretz (Elfmeterschießen)

6:3 Tim Oberdorf (Elfmeterschießen)

 

Schiedsrichter: Lukas Sauer

 

Kommentar von Farat Toku: "Wir hätten das Spiel in der regulären Spielzeit entscheiden müssen, doch wir haben teilweise fahrlässig unsere viele Torchancen liegengelassen. Es ist natürlich absolut enttäuschend, dass wir dieses Spiel nicht über die Runden bekommen und den Gegner selbst wieder aufgebaut haben. Es gilt, nach vorne zu schauen. Wir sind alle tief enttäuscht, aber wir haben kaum Zeit zu trauern, denn bereits am Montag wartet mit dem Wuppertaler SV der nächste schwere Gegner."